Auf zum Faktencheck!

Text  — Gemma Pörzgen — 19.08.2022

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Sobald ein Foto durch einen Faktencheck geprüft wurde und als Fehlinformation eingestuft wird, erscheint auf Facebook zunächst dieses Bild. (Screenshot Facebook)

Ein Überblick über redaktionelle Faktenchecker in der Medienlandschaft 

Spätestens seit den betrügerischen Videoanrufen eines angeblichen Vitalij Klitschko bei Berlins Oberbürgermeisterin Franziska Giffey und anderen europäischen Bürgermeistern ist die Debatte über gefälschte Bilder in aller Munde. Unter Fachleuten wird zwar noch diskutiert, wie genau diese Fälschung zustande kam, aber das Phänomen ist für sie keine Überraschung. Gemma Pörzgen erklärt, was ein Faktencheck ist und wer dafür zuständig ist.

«Wenn man an die stalinistischen Foto-Säuberungen denkt, ist die Manipulation von Bildern ja kein neues Phänomen», sagt Jan Ludwig vom Faktencheck-Team der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Früher sei noch mit Schere und Kleber herummontiert worden, diese Zeiten seien natürlich längst vorbei. Die große Veränderung komme heute vor allem dadurch zustande, dass die schiere Masse an Bildern so gewachsen sei, sagt Ludwig. Das gilt vor allem für die Fotos und Videos im Internet und in den sozialen Medien – eine wahre Bilderflut.

Andere Kollegen wie Joscha Weber, Leiter des Faktencheck-Teams der Deutschen Welle (DW) betonen, dass das Problem der Desinformation in der Pandemie und während des Ukraine-Krieges deutlich zugenommen habe. Umfragen in Deutschland und anderen europäischen Ländern zeigten, dass viele Menschen sich zunehmend davon überfordert fühlten, Inhalte aus dem Netz als richtig oder falsch einzuordnen. Das gilt auch für Fotografie und Bewegtbild.

Kein Wunder also, dass zahlreiche deutsche Redaktionen ihre «Faktencheck-Teams» in den vergangenen Jahren ausgebaut haben, um die Glaubwürdigkeit ihrer Text- und Bildberichterstattung zu stärken und einem Vertrauensverlust in den Journalismus entgegenzuwirken. 

Bei der Deutschen Welle unterstützen zwölf Faktenchecker seit 2020 die DW-Programme in 32 Sprachen. «Auslöser für die Gründung war die Pandemie», sagt Weber. Sie sei von einer Welle der Desinformation begleitet worden. «Diese Infodemie hat uns vor Augen geführt, dass hier enormer Handlungsbedarf besteht.»

«Die sozialen Medien sind ein gigantischer Echoraum, der in dieser Form vorher so nicht existiert hat», sagt Weber. Dadurch habe das Phänomen nochmal eine neue Qualität bekommen. Auch die Menge der Bilder, die da jeden Tag auf die Nutzer einwirken, sei in dieser Form noch nicht dagewesen. «Klar, die Falschinformation hat eine lange Geschichte und ist keine Erfindung der Neuzeit, auch ihr gezielter Einsatz nicht, aber die sekundenschnelle, globale Verbreitung, das ist definitiv etwas Neues.» 

Die Aktualität und der Zeitdruck sind für die Redaktionen dabei die größte Herausforderung. «Das Verifizieren ist immer schwieriger als das Falsifizieren», sagt Ludwig. Bei der Prüfung sollte es so wenig zeitlichen Druck wie möglich geben, weil es aufwändig sei, das zu klären. Es werde im Team gearbeitet und oft nochmal ein zweiter Blick benötigt. «Da sollte man sich davor hüten, unter Zeitdruck zu geraten.»

Ein Foto vom Glastenbury Festival 2015 zeigt wie Unmengen von Müll die Wiese auf dem Festivalgelände überziehen. Das Foto wurde für ein Posting über den Auftritt von Greta Thunberg beim Glastonbury Festival 2022 auf Facebook verwendet. Der dpa Faktenchek zeigt, dass auf Social Media geteilte Foto ist älter, zum damaligen Zeitpunkt gab es die Fridays-for-Future-Bewegung noch nicht. (David Hedges Hedges SWNS/ Facebook/ dpa) Link zum Faktencheck.

«Soziale Medien sind ein gigantischer Echoraum» Joscha Weber

Licht und Schatten

Bei der Prüfung eines Social Media Posts gehe es um das Gesamt-konstrukt, sagt Ludwig und zeigt auf ein Bild, das einen russischen Angriff auf den Flughafen in Lwiw zeigt. Da sei ein Foto oder Video, ein Absender und eine Bildinformation. Technisch sei es oft möglich, ein Foto zu verorten und zu überprüfen, zu welcher Zeit und an welchem Tag es entstand. Dafür werden beispielsweise Tools genutzt, die den Sonnenstand eines Tages nachzeichnen. «Sonnenverläufe und Schattenwürfe können extrem genau sein», sagt Ludwig. Das lasse sich kaum fälschen.  

Es gebe auch ein Tool zur Foto-Rückwärtssuche, mit dem sich feststellen lasse, dass ein Bild schon einmal in anderen Zusammenhängen aufgetaucht sei, beispielsweise ein Bild, das angeblich aus dem Ukraine-Krieg stammt, bei dem sich aber dann herausstellt, dass es bereits im Syrien-Krieg kursierte. «Mit einer reinen Bildanalyse kommt man da schnell an seine Grenze», sagt der Faktenchecker und warnt vor einem «Technikrausch». Er könne von Berlin aus nicht eindeutig überprüfen, ob auf einem Bild wirklich ein Angriff gezeigt werde und ob er von der russischen Seite ausgegangen sei. Das könnten nur die Korrespondenten vor Ort recherchieren. Am Ende sei es eine journalistische Entscheidung.

Oben: Ein angebliches Wahlplakat der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardern wurde 2021 auf Social Media Plattformen verbreitet.  (Screenshot Facebook dpa Faktencheck/ Screenshot Facebook Post). Neben der Kritik an mit der Impfung verbundene Regelungen wurde das manipulierten Foto ebenfalls nach Australien verortet in einigen Posts. Das Wahlplakat existiert in dieser Form nicht. Unten: Das orginale Plakat aus dem Wahlkampf 2022 in Neuseeland. Link zum Faktencheck.

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Es gibt Deep Fakes und Cheap Fakes

Längst gibt es einen technologischen Wettlauf zwischen Fälschern und Prüfern manipulierter Bilder. «Wenn man Leute gut schult, sind Deep Fakes noch gut zu entlarven», sagt Jan Ludwig. Aber das könne in fünf Jahren schon ganz anders aussehen. Deshalb sei die Angst groß, einem Deep Fake so richtig auf den Leim zu gehen.

Seit kurzem seien die Faktenchecker bei der DW stärker mit Deep Fakes beschäftigt, erläutert Weber. Im Ukraine-Krieg seien sie noch sichtbarer geworden als in den Jahren zuvor. «Das sind Technologien, die auf Künstlicher Intelligenz basieren.» Deshalb komme es fundamental darauf an, die Entschlüsselungstechnologien für solche Fakes zu beherrschen. 

Unter den Fachleuten ist bislang strittig, wie groß das Problem bereits ist. «Gut gemachte Deep Fakes sind bislang technisch so aufwändig, dass die Urheber bisher selten den Aufwand betreiben, stattdessen begegnen wir eher sogenannten Cheap Fakes, die deutlich einfacher zu erkennen sind», lautet die Einschätzung von Faktencheckern beim Bayerischen Rundfunk.

Viele Fakes des russischen Verteidigungs- und Außenministeriums seien sehr simpel gemacht, erzählen Faktenchecker. Oft poste deren Social Media Abteilung irgendwelche Telegram-Posts. Die Falsch-Behauptungen beispielsweise nach den Vorfällen in Butscha seien dadurch oft grotesk ausgefallen. Da habe es wenig Fälschungen mit technologischen Mitteln gegeben, sondern übertriebene Behauptungen, die leicht zu entlarven seien.

In einem Video der New York Times verwandelt sich die Faktencheckerin Claire Wardle (rechts) in die britische Sängerin Adele. Sie zeigt, wie sehr die Diskussionen und Sorgen um Deep Fakes öffentliche Kommunikation destabilisiert. (Youtube/ New York Times)

Eine neue Disziplin im Journalismus

Bei der Nachrichtenagentur dpa arbeiten rund 30 Leute im Faktencheck-Team in Berlin und Brüssel; das sind wie überall feste und freie Mitarbeiter. Sobald es bei einem Foto Zweifel gibt, wenden sich die dpa-Kollegen an das Faktencheck-Team. «Wir gleichen dann die Behauptung mit den Fakten ab», sagt Ludwig. «Dabei ergibt die Kombination von Bild und Text oft die Falschbehauptung.» Fotos hätten eine Bildunterschrift, ein Datum und stünden in einem Kontext.

«Die Desinformation in Text und Bild lässt sich überhaupt nicht voneinander trennen», sagt auch Weber. «Das ist miteinander verquickt, und wir sehen längst, dass Bilder gezielt eingesetzt werden, weil jeder weiß, dass Social Media Posts oder angebliche Nachrichten mit Foto oder Video eine stärkere Wirkung haben, als glaubwürdiger wahrgenommen werden bei den Nutzern und deshalb gezielt angewendet werden.» Die häufigste Form der Desinformation sei, ein Bild aus dem eigentlichen Kontext zu reißen.

Das seien oft ältere Bilder oder Fotos, die mit einem bestimmten Konflikt gar nichts zu tun hätten, so Weber. «Solche Fakes sind oft einfach zu überprüfen, beispielsweise mit Bilder-Rückwärtssuchen.»

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Der DW Faktencheck überprüft ebenfalls populäre Bilder im Netz und informiert über verschieden Möglichkeiten der Verifikation. Für das angebliche «Zeitreise»-Foto von Greta Thunberg, welches im November 2019 viral ging, nutzte das Team unterschiedliche Programme, etwa zu Kontrolle der Pixeldichte. Bei einer Manipulation ist es fast unmöglich, die gleiche Pixeldichte zu erreichen wie bei dem Originalfoto. Ergebnis der Untersuchung - das Foto ist keine Fälschung. Kristin Kinsey, Spezialistin für digitale und visuelle Materialien an der University of Washington, stellte damals klar, dass das Mädchen auf dem 1898 aufgenommenen Bild in der kanadischen Goldmine ganz einfach Ähnlichkeit mit Greta Thunberg hatte. (DW/ gemeinfrei)

Fließender Übergang bei Foto oder Video

Es gibt die Manipulation von Fotos und Videos gleichermaßen, sagt Weber. «Fotos sind leichter zu manipulieren, so wie sie auch leichter zu erstellen sind.» Aber Videos würden verstärkt eingesetzt, um zu täuschen. «Entweder weil sie aus einem falschen Kontext stammen oder weil sie tatsächlich in Bild oder Ton verändert werden.» Insofern hätten Faktenchecker in ihrer Arbeit mit beidem zu tun. 

Über einen Infokanal können dpa-Kunden auch nachfragen, wenn beispielsweise auf Twitter ein Bild kursiert, das Fragen aufwirft. «Das ist eine Möglichkeit, wie Redaktionen auf uns zukommen können.»

Im Verhältnis zur Bildredaktion spricht Ludwig von einer «Vervielfachung der technischen Mittel». Dort sei man es lange gewöhnt gewesen, dass die Bilder weitgehend von Fotografen oder Agenturen kamen, aber eben noch nicht so stark aus dem Netz. Heute scheint Ludwig eine Arbeitsteilung wichtig, bei der eine Bildredaktion ihre Arbeit mache und in Zweifelsfällen bei Faktencheckern Unterstützung finde.

Auch die DW hat eine Bildredaktion als zentrale Einrichtung, die alle Fotos für das eigene Content-Managementsystem aufbereitet. Sie arbeite mit den Faktencheckern eng zusammen. Die DW folge journalistischen Standards, die unter der neuen Chefredakteurin Manuela Kasper-Claridge erneuert und für alle Mitarbeiter verpflichtend seien, sagt Weber. Sie gälten für alle Programmbereiche und sollen die Qualität der Berichterstattung sichern.

Für den Umgang mit Bildern bedeute das, dass genau geprüft werde, woher die Fotos kommen, mit welchen Metadaten sind sie versehen und ob sie glaubwürdig sind. «Es gibt auch eine eigene publizistische Leitlinie zum Umgang mit schwierigen Bildern, beispielsweise der Darstellung von Gewalt.» 

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Oliver Klein arbeitet beim ZDF als Redakteur für Verifikation und Faktchecking.  Er entkräftet auf Twitter schwerwiegende Vorwürfe der Manipulation für ein Bild, welches von der dpa bereitgestellt wird. Auf Twitter wurde der dpa vorgeworfen das Foto manipuliert zu haben, da nur eine der Fahnen, die Regenbogenfahne, wehte und zwei weitere Fahnen nicht. Ein Blick auf das gesamte Bild- und Videomaterial entkräftete den Vorwurf. Vielfach, schnelles Teilen popularisiert die Vorwürfe, während Faktenchecks seltener diese Verbreitung finden. Der Branchendienst MEEDIA berichtete. (Screenshot Twitter/ Ansicht dpa Bilddatenbank).

Ein Faktenchecker sagt, er arbeite wie ein digitaler Sherlock Holmes

Der Faktencheck bei ZDF und ARD

Seit dem Relaunch des Online-Nachrichtenangebots ist beim ZDF seit März 2020 ein fünfköpfiges Faktencheck-Team aktiv. «Es geht tagesaktuellen Ereignissen nach, macht hintergründige Faktenchecks, verifiziert in sozialen Medien Fotos und Videos und ist auch investigativ unterwegs», sagt ZDF-Sprecher Thomas Hageborn. «Gerade in Krisenzeiten wächst der Bedarf an Faktenchecks.» Wie überall lässt sich die Verifikation von Foto-, Video- und Textinhalten nicht mehr trennen. Auch in den aktuellen Senderedaktionen sind zusätzlich zu dem Faktenchecker-Team weitere Kolleginnen und Kollegen tätig, die Bildmaterial prüfen. 

In einem gut gemachten Video informiert das ZDF seine Zuschauer über die Arbeit der Faktenchecker in der Nachrichtenredaktion und sensibilisiert dabei gleichzeitig für die Gefahren möglicher Manipulation. Der Beitrag schildert, wie das ZDF während der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz 2021 auf Amateuraufnahmen im Netz zurückgegriffen hat und selbst gedrehte Videos verifiziert. «Stammt eine Information nicht aus erster Hand, gilt das Zwei-Quellen-Prinzip», erfährt das ZDF-Publikum von den Standards der Redaktion. Der Faktenchecker Oliver Klein sagt im Video, er arbeite wie ein «digitaler Sherlock Holmes».

Die Faktenchecker sind bei «breaking news» besonders gefordert, wenn Nachrichten sich überschlagen. Dann muss Bild- und Videomaterial besonders schnell auf Echtheit überprüft werden, wenn beispielsweise die Redaktion des «Heute Journals» anruft. «Das Team schaut sich an, welche Behauptungen, Videos und Fotos bei Twitter und Telegram zirkulieren, und hat die aktuelle Nachrichtenlage im Blick», erläutert ZDF-Heute-Redaktionsleiter, Frederic Huwendiek, das Vorgehen in einem Interview.  

Bei der Gemeinschaftsredaktion ARD-aktuell in Hamburg, die für Tagesschau und Tagesthemen verantwortlich ist, gibt es nach Angaben des NDR seit zehn Jahren eine Verifikationseinheit, die Videos auf ihre Richtigkeit prüft. «Seit Beginn des Ukrainekrieges zum Beispiel werden täglich etwa 20 bis 30 Videos gecheckt», teilt NDR-Sprecherin Barbara Jung mit. «Dabei führt ARD-aktuell eine Art Indizienprozess gegen jedes Bild.» Wie viele Kollegen in diesem Team arbeiten, macht der Sender nicht öffentlich. Das Verifikationsteam agiert nach ARD-Angaben unabhängig von dem Ressort «Faktenfinder» und dessen Onlineportal, das für eine breitere Öffentlichkeit über Phänomene wie politische Propaganda, Gerüchte, Lügen und Halbwahrheiten im Netz berichtet.

Wie anderswo auch arbeiten die ARD-Faktenchecker mit Lokalisierungsprogrammen, Wetterabgleich und anderen Tools, befragen aber auch Experten beim Militär oder Korrespondenten vor Ort. Innerhalb der ARD gebe es eine Plattform, über die Material ausgetauscht, gecheckt und allen Berichterstattern zur Verfügung gestellt werde.    

Trotzdem können Fehler passieren. Für Aufsehen sorgte im Zuge der Ukraine-Berichterstattung im Juni 2022, dass die Tagesschau in einem Fernsehbericht über einen russischen Angriff auf einen Markt in der ostukrainischen Stadt Donezk berichtete, bei dem es sich aber tatsächlich um einen ukrainischen Angriff gehandelt hatte. Das hatte die Agentur Reuters zuvor berichtet. Die Fernsehbilder waren in der ARD falsch betextet worden. Das Online-Magazin Übermedien kritisierte eine mangelhafte Richtigstellung des Fehlers und unzureichende Transparenz.

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Oben: Der linke Tweet ist eine Falschbehauptung. In den sozialen Netzwerken behaupten einige, das Gebäude auf diesen Fotos sei nicht durch einen russischen Angriff zerstört worden. Stattdessen, so wird behauptet, handele es sich um die Folgen einer Gasexplosion in der russischen Stadt Magnitogorsk im Jahr 2018.  (Quelle: Twitter, Collage: BR.)

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Ein genauerer Blick zwischen dem auf Twitter geteilten Bild und Bildern etwa der Nachrichtenagentur AFP zeigt, dass es sich um das Gebäude handelt, das nach Angaben der Agenturen durch den russischen Angriff zerstört wurde. Das Faktenfuchsteam schlüsselt hier auf: Auf beiden Bildern ist ein rotes Stück Stoff zu erkennen, das von einem der zerstörten Balkons hängt (roter Kringel). Auf einem der zerstörten Balkone darunter liegt Schutt. Die Anordnung ist auf beiden Bildern gleich (gelber Kringel). Und auf einem der Balkons rechts davon hängt eine grüne Abspannung - auch dies ist auf beiden Bildern identisch (blauer Kringel). (links: Twitter; rechts: ARIS MESSINIS / AFP; Collage: BR)
Der komplette Artikel: #Faktenfuchs: Desinformation durch Bilder im Ukraine-Krieg.

Der Faktenfuchs beim BR prüft Gerüchte, die Nutzer verunsichern

Faktenfuchs beim Bayerischer Rundfunk

In den Landesrundfunkanstalten der ARD ist jeder Sender nochmal auf seine Weise mit dem Thema befasst. Als besonders profiliert gilt unter den Faktencheckern der Bayerische Rundfunk (BR), der seit 2017 bei BR 24 eine eigene Verifikationseinheit geschaffen hat. Sie produziert neben dem Verifizieren von Inhalten auch zunehmend Faktenchecks unter dem Format «BR24#Faktenfuchs». Dort werden Behauptungen und Gerüchte aufgegriffen, die Nutzer bewegen und verunsichern.

Für Aufsehen sorgte kürzlich das investigative Rechercheprojekt #XinjiangPoliceFiles, bei der ein BR Team zusammen mit dem Magazin der SPIEGEL und internationalen Medienpartnern einen Datensatz aus Tausenden Fotos und Dokumenten auf Authentizität prüfte. So konnte dargelegt werden, in welchem Umfang China die Minderheit der Uiguren im eigenen Land unterdrückt und drangsaliert. Zur Auswertung des Bildmaterials hatten BR-Reporter nach Angaben des Senders ein Computerprogramm geschrieben, mit dessen Hilfe sich Metadaten aus den Fotos auslesen ließen. So hätten sie feststellen können, dass zahlreiche Fotos mit derselben Kamera aufgenommen wurden. Zeitstempel halfen dabei, die Bilder in eine Reihenfolge zu bringen und so Abläufe im Internierungslager zu rekonstruieren. GPS-Daten lieferten Hinweise, wo die Fotos aufgenommen wurden. Ein Abgleich mit Satellitenbildern half dabei, die Aufnahmen zu verorten.

Die «Xinjiang Police Files» sind das größte Leak zu staatlichen Umerziehungslagern in China, das bisher öffentlich gemacht wurde. Tausende Fotos und Dokumente überprüften Redaktionen des  BR, des SPIEGEL mit weiteren Medien und Fachleuten. So wertete das Rechercheteam GPS-Daten aus einem Teil der Fotos aus, die belegen, dass diese Aufnahmen in der Region Xinjiang gemacht wurden. Sowohl der SPIEGEL als auch BBC News ließen ausgewählte Bilder zudem von IT-Forensikern überprüfen. Die Experten - in Deutschland das Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie - konnten dabei «keine Hinweise oder Spuren» finden, «die auf eine Manipulation hinweisen». Die Ergebnisse über die «Xinjiang Police Files» im Artikel Bilder des Grauens.

Der SPIEGEL setzt auf die Bildredaktion

Beim SPIEGEL erfolgt die Prüfung durch die 35-köpige Bildredaktion und die Bilddokumentation, teilt Sprecherin Julia Pollak mit. «Online-Inhalte werden aufgrund der höheren Taktung in der Regel von der Bildredaktion, den verantwortlichen Chef:innen vom Dienst und nur in Ausnahmefällen zusätzlich von der Bilddokumentation geprüft», erläutert sie das Vorgehen. Für die Printausgabe prüfe die Bilddokumentation sämtliche im Layout platzierten und mit Bildunterschriften versehenen Bilder. Dabei stehe die journalistische und inhaltliche Richtigkeit im Vordergrund.

«Die wichtigste Voraussetzung, um Fakes vorzubeugen, ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit zuverlässigen Quellen, von denen wir das Gros unseres Bildmaterials beziehen», so Pollak. Sie nennt Bildagenturen, aber auch deren Fotografen sowie im Auftrag des SPIEGEL tätige Fotografen. Erhöhte Vorsicht sei geboten, wenn Agenturen Fremdmaterial aus Drittquellen weitergäben. «Die Bildredaktion achtet bei diesen Bildern verstärkt auf mögliche Unstimmigkeiten.» Als wichtige Kriterien nennt Pollak: Bilder müssten vollständig und ausführlich beschriftet sein (Aufnahmeort, Aufnahmedatum, genaue Motivbeschreibung mit Aufzählung sämtlicher Personen und genauer Zuordnung).

Bildredaktion und Bilddokumentation wurden von Fachleuten aus der Bildforensik geschult, so Pollack. Der Umgang mit Fake-Bildern oder Bildmanipulationen sei allerdings nur ein kleiner Teil des Redaktionsalltags. «Wichtiger ist der routinierte Umgang mit diversen Recherchetools.» Manipulierte Bilder seien eher die Ausnahme, kämen aber vor.

«In der Regel werden Manipulationen vor einer Veröffentlichung entdeckt», so Pollak. In den wenigen Fällen, in denen eine Manipulation erst im Nachhinein auffalle, werde im Digitalen das Bild entfernt und ersetzt. Am Ende des Textes folge dann ein Korrekturhinweis, um den Vorgang für die Leser transparent zu machen. «Wurde ein falsches Bild gedruckt, was äußerst selten vorkommt, weisen wir darauf im Korrekturkasten in einem Folgeheft hin», sagt die Sprecherin über das Printheft.

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Die Touristen kommen nur wegen des Fotos - einer der beliebtesten Instagram-Spots ist auf Bali der Pura-Lempuyang-Luhur-Tempel. Vielfach fotografiert und geteilt unter Amateuren, ebenfalls über Wikimedia oder Unsplash zu finden. SPIEGEL Online berichtet über die beeindruckenden Motivik von Einzelpersonen oder Paaren, die zwischen zwei Steinsäulen stehen. Sie spiegeln sich in einer kristallklaren Oberfläche. Das angenommene Wasser ist jedoch eigentlich ein Spiegel, auf den das jeweilige Smartphone gelegt wird. So lässt sich der beliebte Effekt erzeugen. Hingewiesen darauf hatte wiederum eine Autorin auf Instagram. (Links: Raj/Unsplash, rechts: Jenniferbustamin/ Wikimedia) 

Je mehr Amateure Bildmaterial beisteuern, desto tiefer sinken die Qualitätsstandards

Entprofessionalisierung der Bildredakteure

Vielerorts fallen allerdings Theorie und Praxis auseinander. Während große Medienhäuser wie die Rundfunkanstalten, der SPIEGEL oder dpa Bildredaktionen und Faktencheck-Teams unterhalten, ist damit in mancher Regionalzeitung niemand befasst. Einige Bildredaktionen oder festangestellte Fotografen wurden oft im Zuge von Sparmaßnahmen ganz abgeschafft.

Viele Zeitungsverlage hätten kein Interesse mehr daran, Bildredakteure zu beschäftigen oder angemessen zu bezahlen, kritisiert Reiner Steußloff, Vorstandsmitglied im Berufsverband Freelens. «Wir haben manchmal mit Bildredakteuren zu tun, wo wir uns fragen, wie sind die auf diesen Job gekommen?» Er sehe die Entprofessionalisierung vielerorts als Problem. Oft würden die Schreiber in den Redaktionen damit beauftragt, die Bilder einfach mitzubetreuen. «Die Tendenz ist ganz stark, vor allem in Deutschland.» Ein guter Bildredakteur habe oft das Bauchgefühl und die Erfahrung, um ein Fake zu erkennen, meint Steußloff.

Die Qualitätstandards bei der Fotografie seien vielerorts gesunken, weil statt professioneller Fotografen nur noch Amateure Bildmaterial beisteuern. «Dabei braucht man gute Leute, die nicht nur gut fotografieren, sondern auch Bilder auswählen und wissen, was sie da tun», sagt Steußloff. «Die sich mit Ästhetik und Bildbetrachtung und auch mit der Wirkung nach außen auskennen.»

Bei einer großen Qualitätszeitung wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gibt es unverändert eine BiIdredaktion mit 15 Mitarbeitern und zwei festangestellten Fotografen. «Wir haben einen großen Bildeingang mit unterschiedlichen Quellen», sagt der Leiter der FAZ-Bildredaktion, Henner Flohr. Am Tag kommen nach seinen Angaben rund 16.000 Bilder an. Sie würden in der Bildredaktion so aufgeteilt, dass man sie alle anschauen könne.

Es handele sich dabei um unterschiedliche Quellen, aber es handele sich durchgängig um Quellen, denen die Redaktion vertraue. «Die großen Nachrichtenagenturen, Fotografen, mit denen wir Geschäftsbeziehungen haben und andere Bildagenturen, mit denen wir über viele Jahre zusammenarbeiten.» Dadurch gebe es ein Grundvertrauen zu diesen Quellen, sagt Flohr. Zudem gebe es von eigentlich jedem Ereignis Bilder von unterschiedlichen Quellen. «Wir sind deshalb bemüht, die Bilder der unterschiedlichen Quellen miteinander zu vergleichen.»

«Wir haben bei der FAZ einen sehr hohen Anspruch an die Glaubwürdigkeit journalistischer Fotografie», sagt Flohr. «Bei uns geht der Inhalt auch über die Optik.» Deshalb gebe es in der Zusammenarbeit mit Fotografen schon immer die klare Ansage, dass an Fotos nichts verändert werde. «Kein einziger Pixel wird da verschoben.» Die Bildredaktion setze darauf, dass sie von möglichst vielen Ereignissen eigene Fotos bekomme. Sie beauftragt, beispielsweise in der Ukraine oder in Afghanistan, deshalb Fotografen, die sie kenne und mit denen es schon eine lange Zusammenarbeit gebe. «Um da einen eigenen FAZ-Blick drauf zu haben.»

Sehr vorsichtig sei die FAZ mit Bildern aus unklaren Quellen in den sozialen Medien, betont der Fotoredakteur. «Das spielt bei uns weniger eine Rolle, weil uns das schwerer fällt, das zu überprüfen.» Vereinzelt habe die FAZ Bilder gedruckt oder Online publiziert, wenn sich ein Foto gut verifizieren ließ. Als Beispiel nennt Flohr ein Bild, das eine Frau mit ihrem Handy während der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal gemacht habe. Es zeigte ihr Nachbarhaus, das gerade weggeschwemmt wurde. «Da haben wir direkt mit der Dame gesprochen und gefragt, wie das aufgenommen wurde und was da los war.» Die Bildredaktion habe auch die Metadaten des Bildes geprüft, sodass am Ende das Zustandekommen des Fotos auch plausibel erschien.

«Das können wir aber nicht in jedem Fall leisten», sagt Flohr. «Und wenn wir es nicht leisten, dann verzichten wir lieber darauf.» Die FAZ habe keine eigene Faktenchecker-Abteilung, die das systematisch mit forensischen Tools überprüfen könne. Stattdessen setzt die Zeitung vor allem auf professionelle Fotografie und einen journalistischen Umgang mit Fotos.

Die FAZ unterscheidet deshalb sehr stark zwischen journalistischen Bildern und Fotos, anderer Herkunft, sei es von Amateuren, aus dem Netz oder von anderen Akteuren. Denn es gibt aus Sicht von Flohr auch andere Stellen, die Fotos herausgeben, bei denen Vorsicht angezeigt sei, beispielsweise Regierungen, NGOs oder Unternehmen. Diese «Handout-Fotos», die nicht von einer journalistischen Quelle stammten, müssten so ausgezeichnet werden, dass sie klar als solche erkennbar seien, betont Flohr. Sie würden teilweise auch über die großen Agenturen verschickt. Bei der FAZ sei die Kennzeichnung die Regel, um sich von «Handout-Fotos» zu distanzieren und klarzumachen, dass es sich nicht um ein journalistisches Bild handele, sagt Flohr.

«Diese Thematik ist nicht durch Manipulations-Software, sondern durch die Corona-Pandemie wichtiger geworden», sagt der Bildredakteur. Es gebe inzwischen bei vielen Ereignissen strenge Zugangsbeschränkungen für Fotografen. So sei es früher zum Beispiel kein Problem gewesen, einen Fotografen zur Pressekonferenz im Bundeskanzleramt zu schicken. «Das ist inzwischen umgestellt auf die sogenannte Pool-Lösung.» Deshalb seien bei solchen Terminen oft nur noch zwei Bildagenturen und ein freier Fotograf und das rotiere dann. «Das, was dann dabei rauskommt, sind dann immer weniger verschiedene Perspektiven.» Ihm sei das ein Dorn im Auge, «das ist natürlich eine Gefahr, wenn Medien am Ende alle das gleiche Bild haben, weil alle vom gleichen beliefert wurden.» 

Die Kontextualisierung eines Bildes spiele eine zentrale Rolle, sagt Flohr. «Im politischen Kontext ist extrem wichtig, wo und wann das Bild aufgenommen wurde und wer die Quelle ist.»

FAZ-Screenshot

Ein Foto enstanden am 18. Januar 2022 in Moskaus zeigt Annalena Baerbock und Sergej Lawrow bei einem Treffen mehrere Wochen vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine. In diesem zeitlich richtigen Kontext publizierte die FAZ das vielsagende Bild. Spätere Nutzungen auf Social Media Plattformen setzen das Bild in den Kontext des G20-Treffens auf Bali Monate später. Seinerzeit wird das Foto vom Pressedienst des russischen Außenministeriums den Medien zur Verfügung gestellt. (Screenshot FAZ/ dpa) Zum vollständigen dpa-Faktencheck.

Wer bei großen Agenturen einkauft, muss Bilder nicht mehr auf Richtigkeit prüfen

Das Agenturprivileg

Wer von den großen Nachrichtenagenturen, ob nun dpa, AP oder Reuters, Bilder einkauft, darf sich nach dem Presserecht auf das sogenannte Agenturprivileg verlassen. Es bedeutet, dass Nachrichten und Bilder von Redaktionen übernommen werden können, ohne dass sie auf ihre Richtigkeit noch einmal geprüft werden müssen. Diese Verantwortung liegt deshalb umso mehr bei der jeweiligen Agentur und deren Mitarbeitern.

«Wir haben diesen Gießkanneneffekt», sagt Ludwig von der dpa. «Es verstärkt sich einfach, wenn wir etwas Falsches nutzen.» Deshalb sei die Nachrichtenagentur auch so vorsichtig bei der Nutzung von Bildern aus den sozialen Medien.

Wer bei Redaktionen nachfragt, stößt aber auf ein Grundvertrauen gegenüber der Sorgfaltspflicht von Agenturen. Pollak vom SPIEGEL sagt, «Fehler findet man eher selten. Die Absicherung funktioniert in der Regel sehr gut.»  Bei der FAZ schaue der Bildredakteur schon nochmal auf die Namen auf den Agenturfotos, sagt Flohr. «Die Agenturen greifen inzwischen ja auch auf Stringer (Anm.d.R.: Personen, die ausländischen Reportern vor Ort Kontakte vermitteln, als Fahrer oder Dolmetscher fungieren) zurück. Da sind wir dann schon vorsichtiger, als wenn da ein uns bekannter Name von einem Fotografen steht.»

Faktenchecker im engen Austausch

Faktenchecker verschiedener Medien pflegen einen engen Austausch, um über neue Entwicklungen auf dem Laufenden zu sein. Dort gebe es ein sehr kollegiales Miteinander, sagt Ludwig. Auch ein neues Tool werde nicht als Herrschaftswissen angesehen, sondern unter Kollegen geteilt. «Faktenchecker zu sein, bedeutet sich ständig weiterbilden zu müssen oder auch zu dürfen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben», sagt Weber. Viele Tools hätten nur eine kurze Halbwertszeit.

Auch die Mitglieder des BR24#Faktenfuchs nehmen regelmäßig an Weiterbildungen teil, beispielsweise an Angeboten des Recherche-Kollektivs Bellingcat oder der dpa-Faktencheck-Offensive, teilt der Sender mit. «Gerade im Bereich Bild-Verifikation ist es wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben», heißt es beim BR. Das gelte für technische Entwicklungen, wichtig sei aber auch bei den verschiedenen Tools in der Übung zu bleiben. «Deshalb finden innerhalb des Teams in regelmäßigen Abständen Verifikations-Übungen statt, um bei Anfragen schnell und kompetent reagieren zu können.»

Vor allem für die TV-Sender sind die eigenen Faktenchecker längst auch zum Gegenstand der eigenen Berichterstattung geworden, mit dem man gerne die eigene Leistung darstellt und dabei spannende Reportagen produziert. Im ZDF findet sich dazu eine ganze Reihe von interessanten Recherchen, die sich beispielsweise dem gefälschten Klitschko-Video oder Bildern vom russischen Angriff auf einen ukrainischen Supermarkt widmen.

Der Bayerische Rundfunk macht das «Faktchecking» inzwischen zum Unterhaltungsformat: Er folgt dem Vorbild des Österreichischen Rundfunk, in dem er von dort die Serie «Fakt oder Fake» übernimmt. In der Sendung müssen jeweils drei Prominente, meistens Schauspielerinnen oder Schauspieler, entscheiden, ob eine Information, vorgestellt als Nachricht, Bild oder Video sich als richtig erweist. Das Format ist mit Moderator Sebastian Meinberg als Unterhaltungsshow angelegt. Im Finale legen Faktenchecker dar, ob die Gäste falsch oder richtig lagen. «Fakt oder Fake» bietet damit eine Unterhaltung mit ernstem Hintergrund.

Gemma Pörzgen

Gemma Pörzgen ist freie Journalistin mit Osteuropa-Schwerpunkt. Sie arbeitet in Berlin als Autorin und Veranstaltungsmoderatorin sowie in der Redaktion von Deutschlandfunk Kultur. Davor war sie als Auslandskorrespondentin für verschiedene Zeitungen in Belgrad und Tel Aviv tätig. Seit April 2020 ist Pörzgen Chefredakteurin der Zeitschrift Ost-West. Europäische Perspektiven.  Sie ist Mitgründerin und ehrenamtliches Vorstandsmitglied von Reporter ohne Grenzen Deutschland.

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